Nicht so leicht

Ich bin Ulrich, aber von meinen Freunden werde ich nur Ulli genannt! Ich bin Steinmetz in dritter Generation und ich habe Spaß an meiner Arbeit. Obwohl ich oft sehr nachdenklich werde, wenn ich wieder einen Grabstein fertig gestellt habe, da ich immer wieder merke, wie vergänglich das Leben ist, wie schnell es vorbei sein kann und dass man so gut wie nichts dagegen tun kann.
Ich verkaufe nicht gerne Grabsteine, weil ich weiß, dass damit immer Trauer verbunden ist und ich mit dieser Trauer mein Geld verdiene. Aber ich muss ja auch Leben und Geld verdienen, um zu leben. Dadurch muss ich den nötigen Abstand dazu halten und muss versuchen, das Ganze objektiv zu betrachten. Das gelingt mir aber nicht immer! Andererseits ist es auch nicht das Schlechteste, dass man mit dem Herzen dabei ist, dadurch stumpft man nicht ab und gibt sich immer die größte Mühe, weil man den Trauernden, den schönsten Grabstein liefern möchte, den es gab oder zumindest, den es in ihrer Preisklasse gab. Es ist niemals leicht mit einem Fremden über einen Verstorbenen zu sprechen, aber ich möchte das immer gerne wissen, damit ich Besonderheiten, etwas individuelles erfahre und mit einarbeiten kann. Dennoch muss man professionell bleiben und an das Interesse der Firma denken und das heißt leider Gewinn und Profit! Mein Vater ist da viel abgeklärter und sieht nur das Geschäftliche! Zum Glück habe ich ihn noch ein paar Jahre, bevor er in den endgültigen Ruhestand geht! Ich hoffe, dass ich bis dahin noch objektiver werde, sonst sehe ich schwarz für die Zukunft der Firma. Und ich weiß nicht, ob mein Vater mir das verzeihen würde!?!

 

3.7.11 13:04

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